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Kantenschutzprofile leichter montieren

per Rollforming

Rollforming
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Kantenschutzprofile zu montieren, ist zeitaufwendig, fehleranfällig und in manchen Fällen auch körperlich belastend. Daher bietet es sich für Unternehmen an, die Montage mit technischen Hilfsmitteln zu unterstützen. Dies gelingt beispielsweise mit Anrollgeräten, die nach dem Rollforming-Prinzip arbeiten.

Wie funktioniert Rollforming?

Während das Dichtungsprofil bei der manuellen Montage mit geschlossenen Schenkeln aufgesteckt wird, bleiben diese beim Rollforming zunächst offen. Das Profil sitzt locker auf der Kante und wird erst in einem zweiten Arbeitsschritt fixiert. Zu diesem Zweck ist ein Metallband in die Schenkel eingearbeitet, welches die Dichtung nach dem Zusammenpressen an Ort und Stelle hält.

Für die Fixierung kommt ein Gerät zum Einsatz, welches mit zwei vertikalen Rollen ausgestattet ist, die von beiden Seiten auf die Dichtung pressen. Eine horizontale Rolle drückt derweil von oben auf das Profil und hält es in Position. Die Rollen rotieren gegenläufig, wodurch das Gerät an der Kante entlangfährt und die Schenkel gleichmäßig zusammenpresst. Das Werkzeug ist für den Handgebrauch gedacht. Die Mitarbeiter:innen müssen es lediglich führen.

Der Kraftaufwand dieses Arbeitsschrittes ist gering. Das Gerät hat zwar ein wahrnehmbares Eigengewicht, dies kann jedoch mit einer Zugentlastung kompensiert werden. In der Regel wird das Werkzeug mit einem Pneumatikmotor betrieben. Bei höheren Mobilitätsanforderungen ist aber auch die Verwendung eines Akkus denkbar.

Was sind die Vorteile?

Der größte Vorteil der Dichtungsmontage via Rollforming ist die Zeitersparnis. Kantenschutzprofile manuell aufzustecken ist immer eine Fummelei, insbesondere wenn Fehler oder Unebenheiten zu beseitigen sind. Mit der Rollforming-Methode müssen die Monteur:innen das Profil lediglich lose aufstecken und anschließend mit dem Gerät über die Kante fahren. Dies kostet deutlich weniger Zeit, was insbesondere für die Serienfertigung relevant ist.

Die Montage mit Geräteunterstützung bietet darüber hinaus qualitative Vorteile. Sie führt zu einer gleichmäßigeren Anlagekante im Vergleich zum manuellen Vorgehen. Dieses ist mit Kraftaufwand verbunden, wobei oft Hilfsmittel wie Hämmer zum Einsatz kommen. Das Resultat ist ein wellenförmiges Profil, das Vertiefungen an den Stellen aufweist, an denen der Hammer aufgeschlagen ist. Dadurch ist die Dichtleistung beeinträchtigt, da die Kante nicht mehr vollständig abschließt und Lücken entstehen.

Rollforming führt dagegen zu einem gleichmäßigen Dichtungsprofil. Zudem ist die Abzugskraft höher als bei manuell aufgeschlagenen Profilen, auch bei unterschiedlichen, durch Blech- oder Verkleidungsteile bedingten Flanschsprüngen.

Nicht zuletzt kommt die gerätegestützte Montage der Gesundheit der Mitarbeiter:innen zugute. Ein Profil aufzustecken, erfordert Kraft und ist einseitig belastend. Bei Dutzenden solcher Arbeitsgänge pro Tag drohen langfristig Erkrankungen des Bewegungsapparats. In der Tat sind Sehnenscheidenentzündungen ein häufiges Krankheitsbild in der Montage. Richtig angewendet entlasten Rollforming-Geräte die Mitarbeiter:innen, reduzieren die Verletzungsgefahr und beugen somit Personalausfällen vor.

Welche Schwächen hat die Montage per Rollforming?

Die gerätegestützte Montage von Kantenschutzprofilen ist nicht für alle Einsatzbereiche geeignet. Problematisch sind beispielsweise enge Radien (kleiner als R25) sowie Eckenprofile, denn diese kann das Gerät nicht umfahren.

Auch bestimmte Profiltypen sind nicht mit dem Werkzeug kompatibel. Das gilt zum Beispiel für Dichtungen mit Vollgummiprofilen, da diese einen Teil des von den Rollen ausgeübten Drucks absorbieren. Dadurch werden die Schenkel nicht mehr ausreichend zusammengepresst und die Dichtung sitzt zu locker auf der Kante, was die Dichtleistung beeinträchtigt.

Hinweis:

Um das Rollforming Werkzeug optimal abzustimmen, müssen einige Faktoren berücksichtigt werden, unter anderem Profilquerschnitt, Flanschdicke, Radien, Höhensprünge, ggf. Verkleidungsteile sowie der Einsatzort. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, hierfür Fachexpert:innen zu konsultieren, die mit der Methode bereits Erfahrung haben.

Ein weiterer Nachteil betrifft die finanzielle Seite. Rollforming-Geräte sind mit Investitionskosten verbunden, die sich erst amortisieren müssen. Daher ist dieses Verfahren weniger geeignet für Unternehmen, die Kantenprofile nur in geringen Stückzahlen montieren.

Allerdings ist dieser Nachteil relativ zu betrachten. Bezogen auf die Zeitersparnis lohnt sich ein Rollforming-Gerät vielleicht nicht bei geringen Stückzahlen. Wenn man jedoch die Gesundheit der Mitarbeiter:innen einbezieht, ist der Einsatz dieser Werkzeuge durchaus lohnenswert, auch bei längerer Amortisationsdauer.

Fazit

Die Montage von Kantenschutzprofilen durch Rollforming-Geräte zu unterstützen, birgt einige Vorteile. Der Zeitaufwand sinkt, Fehler treten seltener auf und die verantwortlichen Kolleg:innen werden physisch entlastet, was Personalausfällen vorbeugt. Zwar sind diese Geräte nicht für alle Einsatzbereiche geeignet und mit gewissen Investitionskosten verbunden. Allerdings amortisieren sich diese Kosten bei entsprechenden Stückzahlen. Zudem ist die Gesundheit der Belegschaft den finanziellen Aufwand wert.

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Autor: Sascha Winter

Sascha Winter ist Experte für Produkt- und Prozessentwicklung bei Jäger. Der gelernte Formbauer und Techniker kommt ursprünglich aus dem Automobilbereich und beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Gummi und Kunststoff.

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