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So verbessern Sie Ihren CO2-Fußabdruck:

Kautschuk-Lieferkette nachhaltig gestalten

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Immer mehr verarbeitende Unternehmen in Deutschland haben sich zum Ziel gesetzt, CO2-neutral zu wirtschaften – teils aus intrinsischen Gründen, teils als Reaktion auf den zunehmenden Handlungsdruck durch Gesellschaft und Politik.

Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass Nachhaltigkeit nicht nur die eigenen Prozesse betrifft, sondern die gesamte Wertschöpfungskette einschließt, von der Rohstoffgewinnung über die Konstruktion und Herstellung von Produkten bis hin zu deren Entsorgung. Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck reduzieren wollen, sollten daher auch ihr Supply Chain Management auf den Prüfstand stellen.

Make or Buy?

Aufseiten der Organisation gibt es einige grundlegende Schritte zu klären, die den CO2-Fußabdruck in der Kautschuk-Lieferkette maßgeblich beeinflussen.

Dies betrifft zum Beispiel die Make-or-Buy-Entscheidung. Einerseits lassen sich bei der Eigenproduktion von Gummikomponenten die Prozesse zur CO2-Emmision besser steuern, analysieren und substituieren. Andererseits benötigen einige Fertigungsverfahren spezifisches Know-how, welches externe Dienstleister leichter beisteuern können. Deren technische Spezialisierung ermöglicht eine verbesserte Kapazitätsplanung und dadurch einen geringeren CO2-Ausstoß. Dieses Wissen in der Eigenproduktion aufzubauen, verbraucht erhebliche Ressourcen und ist nicht immer wirtschaftlich. Zudem profitieren spezialisierte Anbieter von Skaleneffekten, die ihre Treibhausgasemissionen pro Stück deutlich unter die eines Eigenproduzenten bringen.

Verpackung und Logistik

Weiteres Optimierungspotenzial bietet die interne Logistik. Ineffiziente Verpackungslösungen verursachen Abfall, bei dessen Produktion und Entsorgung unnötige CO2-Emissionen anfallen. Dies ist beispielsweise bei Gummiartikeln der Fall, deren Verpackungseinheiten nicht den Kartonagen oder Normgrößen entsprechen. Diese müssen zusätzlich verpackt, gesichert oder umgepackt werden, wodurch mehr Verpackungsabfall entsteht. Eine Umstellung auf recycelbare Verpackungsmaterialien oder wiederverwertbare Transportboxen ist ebenfalls ein Hebel zur Verbesserung der CO2-Bilanz.

Zusätzlich sollten Unternehmen ihre Bestellprozesse unter die Lupe nehmen. Oft ergibt sich die Chance, durch ein anderes Beschaffungsverhalten den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Just-in-time-Strukturen zeichnen sich beispielsweise durch häufige Lieferungen aus, die präzise den Materialbedarf einer relativ kurzen Zeitperiode decken. Diesen Ansatz zumindest teilweise durch Sammelbestellungen bzw. Rahmenverträge mit größeren Liefermengen zu ersetzen, wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus und schont die Umwelt.

Nachhaltige Lieferantenauswahl verbessert die CO2-Bilanz

Grundlage einer nachhaltigen Lieferkette ist eine verantwortungsbewusste Auswahl von Lieferanten. Hierbei sollten Unternehmen in erster Linie darauf achten, dass ihre Zulieferer alle rechtlichen Vorgaben erfüllen und die branchenüblichen Zertifizierungen aufweisen, zum Beispiel nach ISO 14001 für Umweltmanagement und ISO 50001 für Energiemanagement. Diese vereinfachen sowohl die Lieferantenbewertung als auch den Nachweis gegenüber Behörden. Der zweite Punkt ist in Deutschland vor allem hinsichtlich des kommenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes relevant.

Was den Standort betrifft, wirken sich lokale Zulieferer günstiger auf die CO2-Bilanz des Unternehmens aus als ihre Wettbewerber aus Fernost. Die globale Lieferkette für Naturkautschuk ist zwar über die gesamte Welt verteilt (Kautschukbäume wachsen hauptsächlich in Südostasien), dennoch bieten kurze Distanzen zwischen Kunde und Anbieter einige Vorteile. Artikel- und Materialmuster, Teilmengen oder Rücksendungen sind beispielsweise erheblich einfacher zu bewerkstelligen und klimafreundlicher, da sie einen geringeren CO2-Ausstoß verursachen.

Das Gleiche gilt für die Kommunikation. Auch in Zeiten von Online-Meetings sind persönliche Treffen oftmals unausweichlich – und eine Bahnfahrt schadet der Umwelt weniger als ein Interkontinentalflug. Zudem darf man nicht vergessen, dass die EU im internationalen Vergleich strengere Auflagen für den Klimaschutz entwickelt hat, an die sich lokale Zulieferer halten müssen.

Umweltaudits sind ein Muss

Die komplette Kautschuk-Lieferkette ist für Unternehmen nur schwer zu überblicken. Von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum fertigen Teil sind im Schnitt vier bis fünf Akteure involviert, von denen viele in Südostasien sitzen. Kontakt besteht meist nur mit direkten Zulieferern, daher ist eine enge Zusammenarbeit unbedingt notwendig, um auch auf vorgelagerte Lieferanten Einfluss zu haben.

Die Nachhaltigkeitsbemühungen von Zulieferern kann der Kunde mithilfe von Umweltaudits begutachten, etwa nach ISO 14001. Unternehmen sollten darauf achten, dass ihr gesamtes Lieferantennetzwerk entsprechend zertifiziert ist. Bestehen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Zertifizierung, etwa weil der Auditor dem Lieferanten nahesteht, können sie eine Nachprüfung durch ihre eigene Qualitätssicherung verlangen. Dies kommt allerdings eher selten vor.

Pruefen von Dokumenten

Prüfen der Dokumente

Solides Lieferantenmanagement unabdingbar

Zudem sollten Unternehmen sicherstellen, dass ihre Zulieferer den eigenen Energiebedarf so weit wie möglich aus regenerativen Quellen decken, ihre Prozesse auf klimaneutrales Handeln ausrichten und ihr Team entsprechend schulen.

Ist dies nicht ausreichend der Fall, kann der Kunde den Lieferanten bei der Optimierung seines CO2-Fußabdrucks unterstützen. Dies ist bei langjährigen Partnern einfacher zu bewerkstelligen, da der Kunde hier einen höheren Einfluss auf die Geschäftsbeziehung hat. Aber auch neue Lieferanten sind häufig offen für Vorschläge.

Teile des Lieferantenmanagements können digital ablaufen. In manchen Situationen ist jedoch persönlicher Kontakt notwendig, beispielsweise bei Werksbesichtigungen im Rahmen eines Umweltaudits durch den Auftraggeber. Solche Geschäftsreisen verursachen ebenfalls CO2-Emissionen. Diese sind zwar nicht vergleichbar mit der Produktion oder dem Transport, sollten aber trotzdem Beachtung finden. Wenn ein Austausch von Informationen digital stattfinden kann, sollte er das auch tun.

Wiederverwertung von Kautschuk ist mit hohem CO2-Ausstoß verbunden

Die CO2-Bilanz von Produkten hängt nicht nur von Herstellung und Transport ab. Ihre gesamte Lebensdauer ist entscheidend. Das schließt auch die Entsorgung ein.

An dieser Stelle ist die Reduzierung von Treibhausgasen im Gummibereich etwas schwierig, denn Kautschukprodukte lassen sich nur schwer recyceln. Es gibt zwar einzelne Leuchtturmprojekte, die Gummi für bestimmte Anwendungsfälle wiederverwerten. In der Praxis überwiegt allerdings die Deponierung oder die Verbrennung in Müllheizkraftwerken, die jedoch dem CO2-Fußabdruck nicht gerade zuträglich sind.

Aus diesem Grund liegt der Fokus im Kautschukbereich auf der Abfallvermeidung, nicht auf der Wiederverwertung. Ansatzpunkte liegen hier in der Konstruktion sowie in der Fertigung auf Anbieterseite.

Fazit

Eine nachhaltige Lieferkette für Naturkautschuk erfordert eine enge Kooperation zwischen allen beteiligten Akteuren, von der Rohstoffgewinnung bis zur Herstellung der Produkte. Einzelne Unternehmen haben hier nur beschränkten Einfluss auf den Gesamtprozess. In der Regel interagieren alle Beteiligten nur mit ihren unmittelbaren Zulieferern und Kunden.

Daher gilt es, die verbleibenden Hebel möglichst effizient zu nutzen. Unternehmen sollten eng mit ihren Zulieferern kooperieren, ihre eigenen CO2-Emissionen minimieren und bereits bei der Lieferantenauswahl auf klimaschonende Faktoren achten. Jeder Akteur in der Lieferkette muss seinen Beitrag zur Reduzierung umweltschädlicher Emissionen leisten, denn nur auf diesem Weg gelingt es, langfristig eine nachhaltige Lieferkette zu errichten und die Folgen des Klimawandels abzumildern.

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Torsten Schoenwald

Autor: Torsten Schönwald

Torsten Schönwald betreut bei Jäger die Sparte der Gummiformteile im Commodity-Einkauf. Der staatlich geprüfte Betriebswirt ist seit 2018 im Unternehmen und beschäftigt sich seit mehr als acht Jahren mit Logistik- und Beschaffungsprozessen.

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Petra Dirlenbach

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